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	<description>Journalismus Online und Offline</description>
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		<title>Storyteling mit Brian Storm</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 14:55:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[MediaStorm]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
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		<description><![CDATA[Brian Storms Geschichten sind anders. Eine Geschichte, die durch die Produktionsstätte von MediaStorm gegangen ist, ist nicht besonders lang, sie ist nicht die spannendste Geschichte, die man bis dato gesehen hat und sie deckt auch keine Geheimnisse auf. Dennoch bleibt sie im Gedächtnis, denn sie ist ein Produkt der Leidenschaft fürs Storytelling, für zeitlose Geschichten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mediastorm.com"><img class="alignnone size-full wp-image-508" title="MediaStorm" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/MediaStorm.png" alt="" width="370" height="260" /></a>Brian Storms Geschichten sind anders. Eine Geschichte, die durch die Produktionsstätte von <a href="http://www.mediastorm.com" target="_blank">MediaStorm</a> gegangen ist, ist nicht besonders lang, sie ist nicht die spannendste Geschichte, die man bis dato gesehen hat und sie deckt auch keine Geheimnisse auf. Dennoch bleibt sie im Gedächtnis, denn sie ist ein Produkt der Leidenschaft fürs Storytelling, für zeitlose Geschichten, die berühren. Und sie ist vor allem eins: perfektes Handwerk.<span id="more-500"></span></p>
<p><strong>Wie sieht so eine Story aus? </strong></p>
<p>Brian Storm produziert echte Multimedia-Stücke. Echt nenne ich sie deshalb, weil hier kein Dossier um ein Thema herum aufgebaut wird, das verschiedene Medien beinhaltet, ein Video + drei Fotos + 2 Artikel + eine Infografik, sondern verschiedenen Medien in einer Audio Slideshow miteinander verbunden werden. Jedes Medium, wird so eingesetzt, wie es 1. am Setting während der Produktion am sinnvollsten ist und 2. in der Präsentation für die Geschichte am stärksten und am passendsten ist.<br />
In Brian Storms Journalismus-Philosophie ist der Ton das wichtigste.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn sie bei einer Slideshow ein schlechtes Audio haben und tolle Bilder, dann haben sie nichts. Wenn sie ein tolles Audio haben und schlechte Bilder dann haben sie eine Dokumentation.&#8221;</p></blockquote>
<p>So hat Brian Storm schon zahlreiche Fotografen an den Ort der Entstehung ihrer Fotos zurück geschickt, damit sie den Menschen auf ihren Bildern eine Stimme geben. Um aus den Bildern ganz einfach mit technischen Mitteln mehr rauszuholen, damit ihnen mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als 0,6 Sekunden. Das ist nämlich die Zeit die Menschen durchschnittlich einem Foto in einer Zeitung oder Zeitschrift widmen.</p>
<p>Solche multimedialen Produkte verlangen natürlich viel Know How in verschiedenen Techniken. Eine gute Fotografin ist noch lange keine gute Kamerafrau. Anzustreben, dass ein Journalist all diese Fähigkeiten Video, Audio, Fotografie vereint, meint Brian Storm, ist quatsch. Es soll in Teams gearbeitet werden, in denen jeder das macht, was er am Besten kann. Nur so kann eine Geschichte entstehen, die den Storm&#8217;schen Ansprüchen standhält.<br />
Ganz perfekt ist das bei Intended Consequences gelungen, der so bekannt gewordenen eindrucksvollen Geschichte über Schicksale von Frauen in Ruanda. Die Komposition ist perfekt. Fotos und Ton im Einklang, was nur gelingen kann, wenn man den Mut zum Weglassen besitzt. Ein kurzes prägnantes Statement bekommt bei Storm immer den Raum den es braucht, um nicht mehr vergessen zu werden.</p>
<p>Mit dieser Perfektion, mit der Brian Storm bis zu ein Jahr Arbeit in eine Slideshow steckt, verfolgt er immer ein Ziel, nämlich mehr anzubieten als die Anderen.</p>
<blockquote><p>&#8220;The stuff in the middle is noise &#8230; and it&#8217;s expensive&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Wie wird sie verbreitet?<br />
</strong></p>
<p>MediaStorm nutzt, um seine Produktionen zu vertreiben alle Kanäle, die das Social Web zu bieten hat und Brian Storm kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn er von dem Marketingpotential von Facebook berichtet, dass seine Kosten für Marketing bei $0 bleiben lässt. Neben Facebook werden auch flickr und youtube mit Content bedient, allerdings werden hier nur Teaser hochgeladen. Auch mit hulu, der amerikanischen TV-Plattform hat MediaStorm schon gute Erfahrungen gemacht, ein kurzer Werbefilm führte 9.000.000 Menschen auf die MediaStorm-Website. Auch Newsletter und RSS-Feeds haben eine zentrale Bedeutung für MediaStorm, da nur sehr selten neue Inhalte auf der Website erscheinen. 35 Prozent des Traffics kommen über RSS.</p>
<p>Was ich an dieser Stelle aber hervorheben möchte, ist der MediaStorm-Player. Herzstück des Vertriebsmodells. Der Player enthält immer alle wichtisten Informationen zu einem Video. Hintergründe zum Video, zum Autor, Lizenzen, weiterführende Links etc. Direkt im Player integriert sind auch die verschiedenen Möglichkeiten, diesen Content mit anderen zu teilen. Zunächst per E-Mail, dann über die verschiedensten Sharing-Plattformen, die im Netz verfügbar sind, von Facebook und Twitter bis hin zu Technorati.<br />
Und schließlich enthält er die wichtigste Funktion: Das Embedding. Denn Ziel von MediaStorm ist es, dass die Videos so viel wie möglich von Usern weiterverbreitet werden. Dazu wird der Player in zwei größen angeboten, der User muss lediglich den Nutzungsbedingungen zustimmen und kann schließlich einen Code kopieren, den er in seinem Blog auf seiner Facebook-Seite oder wo auch immer einbinden kann.<br />
Überall, wo ein MediaStorm-Video erscheint, ist es also in den eigenen Player eingebettet, der immer genauso aussieht wie auf der MediaStorm-Website, mit allen Funktionalitäten inklusive des Embeddings.<br />
Wo die Videos integriert werden, hat Brian Storm über ein Zähltool genau im Auge. Auch wie oft sie dort geklickt wurden. All das bleibt zu Hause beim Produzenten. Wenn ein Großteil der Seitenaufrufe plötzlich aus Russland kommt, weiß Brian Storm genau warum.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/MediaStorm_Player_embed.png"><img class="size-full wp-image-501 aligncenter" title="MediaStorm Player - Embedding" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/MediaStorm_Player_embed.png" alt="MediaStorm Player Embedding" width="612" height="327" /></a></p>
<p>Mittlerweile wird ganz am Zahn der Zeit schon an einem html5-Player gearbeitet. Auch für das iPad ist die Seite bereits optimiert. Viel war da gar nicht zu machen, mit dem letzten Redesign hatte man der Website ganz zufällig bereits die passende Optik verpasst.</p>
<p>Es lässt sich viel lernen von Brian Storm, als Journalist, als Produzent, als Cutter, als Vertriebler, als Marketing-Fachmann.</p>
<p><strong>Hier noch einmal in wenigen Stichworten:</strong></p>
<ul>
<li>Die Story muss immer im Mittelpunkt stehen.</li>
</ul>
<blockquote><p>&#8220;Treat it like it was the most important thing you did in life.</p></blockquote>
<ul>
<li>Multimedial heißt alles in einem Produkt: Audio, Video, Fotos, Infografiken.</li>
<li>Nutze alle Plattformen, die Dir zur Verfügung stehen, um Deinen Content zu verbreiten, aber verschenke ihn nicht.</li>
<li>Mache es den Usern einfach, das zu bekommen, was sie möchten (Embedding)</li>
<li>Mach weniger und mach es besser!</li>
</ul>
<blockquote><p>&#8220;As a journalist you wont&#8217;t get rich but you&#8217;ll have a rich life!&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Prozessjournalismus &#8211; ZEIT ONLINE Talk im Dradio Wissen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 17:52:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[UGC]]></category>
		<category><![CDATA[dradio]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Prozessjournalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Samstag durfte ich zu Gast sein beim Deutschlandradio, um im ZEIT ONLINE Talk über die Beteiligung des Publikums im Journalismus oder genauer gesagt, über Prozessjournalismus zu diskutieren. Der Begriff vom Prozessjournalismus ist gar nicht mal so geläufig im deutschen Sprachraum. Wie dem Moderator der Sendung Markus Heidmeier geht es vielen beim Hören des Begriffs. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_491" class="wp-caption alignnone" style="width: 287px"><a href="http://www.flickr.com/photos/alebonvini/3258274564/"><img class="size-full wp-image-491" title="radio-mike" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/radio-mike1.jpg" alt="radio-mike1" width="277" height="368" /></a><p class="wp-caption-text">foto from flickr</p></div>
<p>Am Samstag durfte ich zu Gast sein beim Deutschlandradio, um im <a href="http://www.zeit.de/hoeren/dradio/zeit-online-talk" target="_blank">ZEIT ONLINE Talk </a>über die Beteiligung des Publikums im Journalismus oder genauer gesagt, über Prozessjournalismus zu diskutieren.</p>
<p>Der Begriff vom Prozessjournalismus ist gar nicht mal so geläufig im deutschen Sprachraum. Wie dem Moderator der Sendung Markus Heidmeier geht es vielen beim Hören des Begriffs. Die erste Assoziation führt in den Gerichtssaal. Was ist also eigentlich gemeint?</p>
<p>Gemeint ist ein Journalismus, der sich nicht auf die Veröffentlichung eines Artikels, Beitrags oder einer Dokumentation beschränken lässt, sondern der den User einschließt, schon während die Geschichte, die erzählt wird entsteht und auch nachdem sie veröffentlicht wurde.<span id="more-480"></span></p>
<p>Ein Journalismus, der das Publikum als Experten ernst nimmt und dessen Meinung schätzt und verarbeiten möchte. Ein Journalismus, dessen Ziel es ist, die Aufmerksamkeit zu verstärken, die das Publikum seinen Geschichten widmet. Ein Journalismus der Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Publikum und &#8220;Kommunikator&#8221;. Ein  Journalismus, der also den Bedingungen des Hybridmediums Internet, dessen abgrenzendes Merkmal die Möglichkeit zur Interaktion ist, gerecht wird. Ein Journalismus der Online stattfindet.</p>
<p>An der Diskussion beteiligten sich die Medienjournalistin<a class="genericLink" href="http://medialdigital.de/" target="_blank"> Ulrike Langer</a>, <a class="genericLink" href="http://community.zeit.de/user/sebastian-horn" target="_blank">Sebastian Horn</a> , Community-Redakteur bei <a class="genericLink" href="http://www.zeit.de/index" target="_blank">Zeit Online</a> und<a class="genericLink" href="http://www.medienkombinat-berlin.de/matzat" target="_blank"> Lorenz Matzat</a>, Politikwissenschaftler und Medienpädagoge.</p>
<p>Hier geht&#8217;s direkt zum ZEIT ONLINE Talk &#8211; <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/06/19/drw_201006191105_zeit_online_talk_prozessjournalis_f1fdfc62.mp3" target="_blank">Prozessjournalismus als interaktive Informationsverbreitung</a>.</p>
<p>Und an dieser Stelle nicht zu vergessen, der Ursprung des Begriffs. Der ist zu finden auf <a href="http://www.buzzmachine.com/2009/06/07/processjournalism/" target="_blank">buzzmachine bei Jeff Jarvis</a>.</p>
<div id="attachment_485" class="wp-caption aligncenter" style="width: 572px"><a href="http://www.buzzmachine.com/2009/06/07/processjournalism/"><img class="size-full wp-image-485 " title="mediachartprocess" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/mediachartprocess.png" alt="process journalism nach Jeff Jarvis" width="562" height="235" /></a><p class="wp-caption-text">process journalism nach Jeff Jarvis</p></div>
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		<title>Linktipps der Woche</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 17:46:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Leseempfehlungen zu Journalismus, Social Media und natürlich zur Klimarettung Immerwieder Sonntags finden Sie hier  eine überschaubare Anzahl an Leseempfehlungen aus dem Web. Die Auswahl ist bestimmten Anlässen in der Woche geschuldet oder einfach der Tatsache, dass sich das Lesen des Artikels von Anfang bis Ende wirklich lohnt. 1. Auf den Punkt gebracht. Jeff Jarvis beschreibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Leseempfehlungen zu Journalismus, Social Media und natürlich zur Klimarettung<br />
</strong></h2>
<p>Immerwieder Sonntags finden Sie hier  eine überschaubare Anzahl an Leseempfehlungen aus dem Web. Die Auswahl ist bestimmten Anlässen in der Woche geschuldet oder einfach der Tatsache, dass sich das Lesen des Artikels von Anfang bis Ende wirklich lohnt.</p>
<p>1.<strong> </strong>Auf den Punkt gebracht. Jeff Jarvis beschreibt in seinem Blog, was Journalismus alles ist und sein kann. Wenn man sich diese vielen Möglichkeiten vor Augen führt, scheint es noch gar nicht genug Journalisten zu geben. Es ist viel zu tun.</p>
<p><a href="http://www.buzzmachine.com/2009/12/08/is-journalism-storytelling/" target="_blank">Is Journalism Storytelling?</a></p>
<p>2. Google hat im September das Google Sidewiki herausgebracht, das es Usern, die die Toolbar installiert haben erlaubt, jede Website zu kommentieren. Wenn sich dieses oder vergleichbare Tools weiter durchsetzen, müssen die Nachrichtenhüter schließlich doch endlich einsehen, dass Kontrolle und das Internet keine Freunde mehr werden. <a href="http://www.pbs.org/mediashift/jeffrey-d-neuburger-1/">Jeffrey D. Neuburger</a> zieht auf Media Shift eine erste Bilanz zur Verwendung des Tools. Noch ist alles gut.<a href="http://www.pbs.org/mediashift/2009/12/will-google-sidewiki-shift-control-of-online-comments337.html?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+pbs%2Fmediashift-blog+%28mediashift-blog%29&amp;utm_content=Google+Reader" target="_blank"></a></p>
<p><a href="http://www.pbs.org/mediashift/2009/12/will-google-sidewiki-shift-control-of-online-comments337.html?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+pbs%2Fmediashift-blog+%28mediashift-blog%29&amp;utm_content=Google+Reader" target="_blank">Will Google Sidewiki shift control of Online comments</a></p>
<p>3. Viele Blogger beginnen langsam, sich Gedanken über das Jahr 2010 zu machen. Was liegt an Entwicklungen hinter uns, was ist der nächste Clou?</p>
<p>Auf Read Write Web berichtet Ravit Lichtenberg von seiner Social Media-Vision für 2010. Wenn Social Media immer mehr Bereiche durchgringt und gelebt wird, statt zerredet, wenn Online- und Offline-Welt durch Entwicklungen wie Augmented Reality zusammenwachsen, wenn Unternehmen endlich die Antwort nach dem ROI aus ihren Social Media Aktivitäten in harten Zahlen ausdrücken können.</p>
<p><a href="http://www.readwriteweb.com/archives/10_ways_social_media_will_change_in_2010.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+readwriteweb+%28ReadWriteWeb%29&amp;utm_content=Google+Reader" target="_blank">10 Ways Social Media Will Change in 2010 </a></p>
<p>4. Anlässlich des Klimegipfels in Kopenhagen hier heute drei Linktipps, die beim Finden guter Vorsätze für das neue Jahr helfen können.</p>
<p><strong>Tipp 1: </strong>Der <a href="http://www.guardian.co.uk/environment/interactive/2009/oct/20/guardian-quick-carbon-calculator" target="_blank">Quick </a><a href="http://www.guardian.co.uk/environment/interactive/2009/oct/20/guardian-quick-carbon-calculator" target="_blank">Carbon Calculator vom Guardian</a>. Mit dieser schön designten Anwendung lässt sich die persönliche Kohlendioxidsündenbilanz erstellen und vergleichen. Bist Du in Sachen Klima die USA oder Bangladesch?<a href="http://www.guardian.co.uk/environment/interactive/2009/oct/20/guardian-quick-carbon-calculator" target="_blank"><br />
</a></p>
<p><strong>Tipp2: </strong>Auf den ersten Blick schöne heile Welt wie wir sie aus Kinderbüchern kennen, auf den zweiten Blick eine Welt, in der wir lieber nicht leben wollen.</p>
<p><a href="http://awesome.good.is/ecosystem/#/earth/infographic" target="_blank">Infografik zur CO2-Zukunft </a>vom <a href="http://www.good.is/" target="_blank">Good Magazine</a> und <a href="http://www.lifeofthemind.net/" target="_blank">Life of the Mind<br />
</a></p>
<p><strong>Tipp3: </strong>Der Kurzfilm <a href="http://www.youtube.com/watch?v=EmirohM3hac&amp;feature=related" target="_blank">Die Rechnung von Germanwatch</a> wirkt erst etwas platt in seinem abgedroschenen &#8220;Mein Haus, mein Auto, meine Boot, meine Frau- Stil&#8221; aber die Pointe macht&#8217;s.</p>
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		<title>Living Stories: Google startet neues Format des Storytellings</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 15:10:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Data-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[google]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Stärken der Google Nachrichtenseite: Überblick &#8211; Tiefe &#8211; Kontext &#8211; Interaktivtiät In dieser Woche hat google uns mal wieder gezeigt, wie mit der einfachen Aufbereitung und Neusortierung von Daten, Informationen vermittelt werden können. Ist google der bessere Newsmaker? Nein, soweit wollen wir nicht gehen, aber google hat Mittel, verborgen in Algorythmen, die einer journalistischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Die Stärken der Google Nachrichtenseite: Überblick &#8211; Tiefe &#8211; Kontext &#8211; Interaktivtiät</strong></h2>
<p><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/googe_livingstories.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-445" title="googe_livingstories" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/googe_livingstories-300x172.png" alt="googe_livingstories" width="351" height="201" /></a>In dieser Woche hat google uns mal wieder gezeigt, wie mit der einfachen Aufbereitung und Neusortierung von Daten, Informationen vermittelt werden können. Ist google der bessere Newsmaker? Nein, soweit wollen wir nicht gehen, aber google hat Mittel, verborgen in Algorythmen, die einer journalistischen Geschichte zu mehr Wert und Nachhaltigkeit verhelfen. <span id="more-440"></span> Die Rede ist von <a href="http://livingstories.googlelabs.com/" target="_blank">Living Stories</a>, einem Projekt, das google in Kooperation mit der <a href="http://global.nytimes.com/" target="_blank">New York Times</a> und der <a href="http://www.washingtonpost.com/" target="_blank">Washington Post</a> gestartet hat. Die Seite liefert einen thematischen Zugang zu Nachrichten, statt des gewohnten Zugangs über einen Artikel. Derzeit werden hier acht Geschichten in Nachrichten und Infografiken zu Themen wie Globale Erwärmung oder dem Krieg in Afghanistan erzählt. Themen, die sich geradezu aufdrängen, (noch)mal im Ganzen erzählt zu werden.</p>
<p>Auf den ersten Blick ist Living Stories daher auch nicht viel mehr als ein Dossier, das wir zu den verschiedensten Themen, und aktuell garantiert zum Klimagipfel, auf annähernd allen Nachrichtenseiten finden. Aber dieses Dossier aktualiert sich von ganz allein, und es ist anzunehmen, das es sich zum Großenteil auch datenbasiert ganz allein aufgebaut hat. Über ein Template sozusagen, in das jede Geschichte hineinpasst. Ob und wie stark noch redaktionell nachgearbeitet werden muss ist nicht klar.</p>
<p>Die Geschichten auf Living Stories leben durch ihre Dynamik. Die News-Seite gibt erst einen schnellen Einblick in ein Thema und eröffnet dann die Möglichkeit, tiefer in eine Geschichte einzusteigen. Darüber hinausgehend kann ich dann ständig die Weiterentwicklung eines Themas verfolgen. Das macht besonders viel Spaß bei der Verwendung der Timeline, die mir die Nachrichtenartikel im Zeitverlauf anzeigt. Die Geschichte wächst und wächst in der Interaktion mit dem User.</p>
<p>Wer sich ein wenig durch die Seite klickt stellt schnell fest, welches Potential diese Nachrichtenaufbereitung in sich trägt. Der User, der hier ein Thema aufschlägt, wird dazu animiert, sich etwas mehr Zeit zu nehmen, sich mit den Hintergründen zu beschäftigen, bis in die Tiefe zu informieren,noch einmal genauer nachzulesen. Hintergrundinformation. Das erinnert eigentlich nicht so sehr an Online-Nachrichten, das erinnert vielmehr an die Stärke der journalistischen Traditionsangebote wie Zeitungen und Zeitschriften. Eben diese Stärke wird hier aufgegriffen und sichtbar und erlebbar gemacht. Google ist damit wiedermal einen Schritt weiter als viele Nachrichtenanbieter. Es zeigt einen Weg auf, den sie schon allein hätten verfolgen sollen. Die strukturierte, Orientierung schaffende Präsentation ihrer Nachrichten, seien es Artikel, Grafiken, Comics oder Videos. Alles schnell zusammengetragen und kontextualisiert, erzählt die ganze Geschichte einer Nachricht.</p>
<p><a href="http://www.nytimes.com/2009/12/09/technology/companies/09google.html?_r=1" target="_blank">Wie die New York Times berichtet</a>, möchte Google Living Stories auch kostenlos zur Implementierung auf Nachrichtenseiten anbieten. Das könnte eine schöne Alternative sein zu Dossiers oder ganz einfach zu Suchergebnissen, die ohnehin oft auf der google-Suche basieren. Suche ich heute bei ZEIT Online oder der Sueddeutschen Zeitung nach dem Stichwort Globale Erwärmung, erhalte ich eine lange Artikelliste. Ein Ergebnis in Gestalt von googles Living Stories würde dem User hier sicher eher weiterhelfen.</p>
<p>Für Google selbst und dessen User wäre sicher eine Verknüpfung verschiedener Nachrichtenangebote zu einem Thema spannend. Was wäre, wenn ich mir aus meinen favorisierten Nachrichtenanbietern meine Living Story zu einem Thema generieren lassen kann?</p>
<p>Bisher wurden auf der Seite noch lange nicht alle Möglichkeiten, die das Web derzeit bietet ausgeschöpft. Vor allem Funktionalitäten des Social Web wie die Verknüpfungen mit Sozialen Netzwerken, Sharing-Funktionen oder das schlichte Bookmarking fehlen noch. Paul Bradshaw schreibt in seinem Beitrag auf <a href="http://onlinejournalismblog.com/2009/12/08/living-stories-nyt-and-google-produce-jaw-dropping-online-journalism-form/" target="_blank">Online Journalism-Blog</a> über das Tool, ihn habe die Kommentarfunktion überzeugt. Kommentare ließen sich sogar embedden. Mir erschien die Einbindung von Kommentierungsmöglichkeiten bisher eher als ein Schwachpunkt der Seite. Auch die Darstellung könnte noch etwas Webfreundlicher gestaltet werden. Rein optisch hebt sich diese Nachrichtenseite nicht stark von einem üblichen google-Suchergebnis ab. Viel Text, kleine Bilder. Hier besteht also noch Optimierungspotential, das ja vielleicht auch von den Nachrichtenanbietern selbst übernommen werden kann.</p>
<p>Eine kurze Vorführung von Living Stories können Sie sich in diesem kurzen Video von <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/living_stories_google.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+readwriteweb+%28ReadWriteWeb%29&amp;utm_content=Google+Reader" target="_blank">Read Write Web</a> ansehen.</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/I2nkkye4KUE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/I2nkkye4KUE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
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		<title>Linktipps der Woche</title>
		<link>http://www.mediastico.de/?p=434</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 13:47:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Crossmedia]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
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		<description><![CDATA[Leseempfehlungen zu Journalismus, Medienwandel und Online-Technologien Immerwieder Sonntags finden Sie hier  eine überschaubare Anzahl an Leseempfehlungen aus dem Web. Die Auswahl ist bestimmten Anlässen in der Woche geschuldet oder einfach der Tatsache, dass sich das Lesen des Artikels von Anfang bis Ende wirklich lohnt. 1. Markus Beckedahl zu der Frage, was die Verleger eigentlich im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Leseempfehlungen zu Journalismus, Medienwandel und Online-Technologien</strong></h2>
<p><strong></strong>Immerwieder Sonntags finden Sie hier  eine überschaubare Anzahl an Leseempfehlungen aus dem Web. Die Auswahl ist bestimmten Anlässen in der Woche geschuldet oder einfach der Tatsache, dass sich das Lesen des Artikels von Anfang bis Ende wirklich lohnt.</p>
<p>1. Markus Beckedahl zu der Frage, was die Verleger eigentlich im Jammertal zu suchen haben</p>
<p><a title="Warum die Verleger zum Internet einfach schweigen sollten" href="http://www.niemanlab.org/feed/" target="_blank">Warum die Verleger zum Internet einfach schweigen sollten</a></p>
<p>2. Kathrin Passig mit einer historischen und aktuellen Betrachtung der Technologiekritik.</p>
<p><a title="Kathrin Passig: Standardsituation der Technologiekritik" href="http://www.online-merkur.de/seiten/lp200912adz.htm" target="_blank">Standardsituationen der Technologiekritik</a></p>
<p>3. Bret Schulte über die Distribution von News und Stories über Social Media</p>
<p><a title="Bret Schulte: The Distribution Revolution" href="http://www.ajr.org/Article.asp?id=4844" target="_blank">The Distribution Revolution</a></p>
<p>4. <span class="byline">Farhad Manjoo über das Potential von Facebook Connect.<br />
</span></p>
<p><a title="Farhad Manjoo: Can ANyone Stop Facebook?" href="http://www.slate.com/id/2237376/" target="_blank">Can Anyone Stop Facebook? </a></p>
<p>Übrigens ist es in dieser Woche genau ein Jahr her, dass Facebook mit <a title="Facebook Connect" href="http://www.allfacebook.com/2009/12/facebook-connect-one-year-later/" target="_blank">Facebook Connect </a>an den Start ging.</p>
<p>5. Steffen Leidel mit einer dezidierten Kritik zum<a title="emag der Welt am Sonntag" href="http://www.weltamsonntag.de/" target="_blank"> emag der Welt am Sonntag</a>, das in dieser Woche erstmals erschien.</p>
<p><a title="Steffen Leidel: Das Offline Magazin" href="http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/?p=872" target="_blank">Das Offline-Magazin</a></p>
<p>6. <span class="author">Hendrik Werner auf Welt Online über das Ende des Web 2.0<br />
</span></p>
<p><a title="Mitmach-Internet: Das Web 2.0 hat seine besten Tage hinter sich" href="http://www.welt.de/webwelt/article5400784/Das-Web-2-0-hat-seine-besten-Tage-hinter-sich.html?page=1#article_readcomments" target="_blank">Mitmach-Internet: Das Web 2.0 hat seine besten Tage hinter sich</a></p>
<p>Warnhinweis! Meinung des Autors nicht zur Nachahmung empfohlen.</p>
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		</item>
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		<title>Lesen versus Scannen &#8211; Wie das Internet unsere Fähigkeiten verändert</title>
		<link>http://www.mediastico.de/?p=410</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 13:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Crossmedia]]></category>
		<category><![CDATA[UGC]]></category>
		<category><![CDATA[digitalmedia]]></category>
		<category><![CDATA[lesekultur]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[scannen]]></category>

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		<description><![CDATA[Maryanne Wolf: Wir müssen unserem Gehirn wieder das Lesen beibringen Lesen ist nicht gleich Lesen. Und deshalb haben wir jetzt ein Problem. Wir müssen zwei Mal lesen lernen. Wer sich gewohnheitsmäßig voll digitalisiert täglich durch Informationen im Internet wühlt, wer vielleicht sogar mit diesem Informationsmedium groß geworden ist, und sich Digital Native nennen darf, ja, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Maryanne Wolf: Wir müssen unserem Gehirn wieder das Lesen beibringen</strong></h2>
<p><strong></strong></p>
<div id="attachment_429" class="wp-caption alignnone" style="width: 249px"><a href="http://www.flickr.com/photos/austinevan/1225274637/"><img class="size-full wp-image-429  " title="1225274637_85fac883b1" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/1225274637_85fac883b1.jpg" alt="Lest Bücher!! Bildquelle: flickr - austinevan" width="239" height="319" /></a><p class="wp-caption-text">Lest Bücher!!                 Bildquelle: flickr - austinevan</p></div>
<p>Lesen ist nicht gleich Lesen. Und deshalb haben wir jetzt ein Problem. Wir müssen zwei Mal lesen lernen.<br />
Wer sich gewohnheitsmäßig voll digitalisiert täglich durch Informationen im Internet wühlt, wer vielleicht sogar mit diesem Informationsmedium groß geworden ist, und sich Digital Native nennen darf, ja, der könnte vielleicht keine Freude mehr haben an Thomas Manns Buddenbrooks oder an Hermann Hesses Glasperlenspiel. Die Lektüre Letzerens war Versuchsobjekt für Maryanne Wolf, die sich aus neurowissenschaftlicher Sicht mit dem Lesens auseinandersetzt. Beim Lesen des Buches stellte sie fest, dass sie den Text ohne Fantasie las, wie eine Maschine.<span id="more-410"></span></p>
<p>In der Tat haben wir, mit wir meine ich die Vielsurfer, uns eine neue Art des Lesens angewöhnt. Ein Lesen, das darauf ausgerichtet ist, Wissen zu sammeln, nicht es sich wirklich anzueigenen.</p>
<p>Wir Scannen unsere RSS-Feeds im Google Reader durch, öffnen währenddessen 20 Tabs in unserem Browser, durch die wir uns auch noch durchscannen möchten, ein Blick gilt der Überschrift, und weiter im Text, überspringen, scannen, taggen, beurteilen; ist ein Artikel allzu lang aber klingt doch eigentlich ganz interessant, wird er erstmal gespeichert und vertaggt in delicious oder stubleupon, um ihn später zu lesen &#8230; wenn mehr Zeit ist, wozu dann aber doch selten Zeit ist; vielleicht übertragen wir den Artikel auch noch fix in eine 140-Zeichen-Nachricht für Twitter und weiter mit dem nächsten Tab. Wir verhalten uns eben ein bisschen so, wie der Computer vor dem wir sitzen, wie eine Maschine.</p>
<p>Scannen, sammeln, prüfen, einordnen, speichern. &#8220;Powerbrowsen&#8221; nennen das Wissenschaftler des University College London, die in Tests feststellten, wie User Websites überfliegen, statt die Inhalte gründlich zu lesen (<a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/hirnforschung-wie-computer-das-hirn-veraendern;2486099" target="_blank">Handelsblatt</a>, 19.11.2009)</p>
<p>Dieses Lesen steht dem Lesen von Büchern, von Geschichten diametral gegenüber. Und es nimmt immer mehr Raum ein im Leben der Heavy User im Internet und auch der Digital Natives. Maryanne Wolf sieht darin eine Gefahr:</p>
<blockquote><p>Ich befürchte, dass unsere digital sozialisierten Kinder nie die intellektuelle Spannung kennenlernen werden, die darin liegt, immer weiter über die Bedeutung des Autors hinauszugehen und eine eigene Welt der Vorstellung und Erleuchtung aufzubauen</p></blockquote>
<p>Denn die Fähigkeit zum Geschichten Lesen ist unserem Gehirn nicht etwa gottgegeben, wie die Fähigkeit zum Sprechen, sondern erlernt. Und wer nur noch wie eine Maschine, Informationen am laufenden Band konsumiert, der trainiert sein Gehirn nicht darauf, in ein &#8220;Deep Reading&#8221; vorzudringen.</p>
<p>Die Technologien, die in den letzten Jahren auf dem Vormarsch sind verstärken diese Form des Lesens im Internet immer mehr. Vor allem RSS-Feeds sind hier sicher ein Motor. Aber auch die ständige Verfügbarkeit von Informationen auf mobilen Endgeräten. Das Bedürfnis, nichts zu verpassen wird verstärkt.</p>
<p>Über die Auswirkungen des Informationen-Konsums im Internet berichten derzeit viele.<br />
<a href="http://www.zeit.de/2009/47/DOS-Der-deutsche-Leser" target="_blank">Die Zeit</a> zum Beispiel schreibt, Professoren beklagten sich heute schon, dass ihre Studenten nicht mehr in der Lage seien, komplexe Texte zu lesen. Da heißt es:</p>
<blockquote><p>Zu denen, die nicht lesen können, es aber wollen, sind jene gekommen, die lesen können, aber nicht mehr wollen. Laut Stiftung Lesen liest ein Viertel aller erwachsenen Deutschen überhaupt keine Bücher mehr. Im digitalen Zeitalter halten ganze Berufssparten das Lesen von Literatur für Zeitverschwendung.</p></blockquote>
<p>Und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher hat gleich ein ganzes Buch geschrieben über diese Diaspora unserer Lesekultur: In &#8220;Payback&#8221; lässt er sich darüber aus, dass Computer daran Schuld seien, dass unsere Aufmerksamkeit immer schlechter werde. Im <a href="http://www.morgenpost.de/kultur/article1210365/Das-Internet-macht-unser-Hirn-kaputt.html" target="_blank">Interview mit der Bildzeitung </a>beschreibt Schirrmacher zum Beispiel, welche negativen Auswirkungen er durch die Internetnutzung auf die Fähigkeit zum Multitasking sehe:</p>
<blockquote><p>Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass jede kleine Störung dazu führt, dass wir 25 Minuten brauchen, um uns wieder auf das ursprüngliche Thema zu konzentrieren. Und wir werden ständig durch Mails, SMS, Nachrichten gestört. Das ist tatsächlich so etwas wie Körperverletzung. Das führt zu einer Vermanschung des Hirns. Und man kann Multitasking nicht lernen.</p></blockquote>
<p>Aber da ist auch noch die andere Seite, die so gar nicht nach Vermanschung klingt, was das <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/hirnforschung-wie-computer-das-hirn-veraendern;2486099" target="_blank">Handelsblatt </a>berichtet. Denn es gibt auch Studien, die belegen, dass zum Beispiel Computerspiele das Multitasking und auch die visuelle Aufmerksamkeit fördern. In einer anderen Studie heißt es im Ergebnis: Vielsurfer, die oft im Internet recherchieren, würden besser planen und könnten auch Informationen erfolgreicher verarbeiteten als Gelegenheitsnutzer.</p>
<p>Bei all den Diskussionen über die Verursachung von Aufmerksamkeitsschwächen muss ich unweigerlich an den alten Tagesschau-Test denken, bei dem Probanden nach dem Ansehen des 15-Minütigen Nachrichtenüberblicks der ARD sinngemäß gefragt wurden: &#8220;Was haben Sie sich alles gemerkt?&#8221;. Machen sie diesen Test einmal mit einem Google Reader-Nutzer nach seinem 15-minütigen Streifzug durch seine Feeds. Er hat wahrscheinlich ein paar Überschriften getwittert, aber kann er auch die Kernthesen eines Artikels wiedergeben?<br />
Aber errinnert uns das nicht auch daran, dass die Kritik, ein Medium würde Aufmerksamkeitsschwächen hervorrufen und die Fantasie abtöten nicht ganz neu ist. Wir kennen das bereits. Und zwar vom Fernsehen, mit dem wir uns zu Tode amüsieren.<br />
Wenn Medien so sehr in unsere Lebenswelt vordringen, dann bleibt es nun einmal nicht aus, dass sie uns auch beeinflussen und verändern. Und da wo wir es für nötig erachten, weil die negativen Konsequenzen uns behindern, sollten wir entgegenwirken.</p>
<p>Maryanne Wolf macht das so:</p>
<blockquote><p>Ich zwinge mich jeden Tag, ein Buch oder ein Gedicht langsam, dankbar und konzentriert zu lesen. Jeden Tag, jeden Abend, bevor ich schlafen gehe. Wir sollten unser tiefes, vielfältiges, unabschließbares inneres Leseleben nie aufgeben. Sicherlich nicht, bevor wir mindestens achtzig Jahre alt sind.</p></blockquote>
<p>Wer also die Tür zur Fantasie-Welt der Bücher in seinem Gerhirn nicht zuschlagen möchte, der sollte sich lieber angewöhnen nicht das iPhone mit ins Bett zu nehmen, sonder lieber wieder zum Buch greifen.</p>
<p>Wenn das nicht passiert, dann sollten wir uns vielleicht überlegen, ob wir uns nicht umsonst Gedanken über neue Finanzierungsmodelle im Verlagswesen machen, wo doch der Killer von Zeitschrift und Buch womöglich in unseren Gehirnen und nicht in unserem Geiz schlummert.</p>
<p><strong>Empfohlene Artikel zum Thema<br />
</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubE26455A3251A4E72A8D13804A90F40BF/Doc~E0E47E58833D542B78BB35AF7AC2C5A74~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Interview mit der Wissenschaftlerin und Autorin Maryanne Wolf in der FAZ</a></li>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~ED311A02C413E4926BD0FD25E60DEB18E~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Rezension ihres Buches auf faz.net</a></li>
<li>Zeit Online-Artikel: <a href="http://www.zeit.de/2009/47/DOS-Der-deutsche-Leser" target="_blank">&#8220;Ein Land verlernt das Lesen.&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.morgenpost.de/kultur/article1210365/Das-Internet-macht-unser-Hirn-kaputt.html" target="_blank">Frank Schirrmacher im Interview mit der Bild-Zeitung</a></li>
<li><a href="http://carta.info/18537/algoritmenstuermer-schirrmacher-payback/" target="_blank">Mathias Schwenk auf carta.info zum Buch von Schirrmacher</a></li>
<li>Handelsblatt-Artikel: <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/hirnforschung-wie-computer-das-hirn-veraendern;2486099" target="_blank">Wie Computer das Hirn verändern</a> (Zusammenfassung verschiedener Studien rund um das Thema)</li>
</ul>
<p><strong>Amazon-Links</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.amazon.de/Das-lesende-Gehirn-unseren-bewirkt/dp/3827421225/ref=reg_hu-wl_item-added" target="_blank"> &#8220;Das lesende Gehirn: Wie der Mensch zum Lesen kam &#8211; und was es in unseren Köpfen bewirkt&#8221; von Maryanne Wolf</a></li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://www.amazon.de/Payback-Informationszeitalter-gezwungen-Kontrolle-zur%C3%BCckgewinnen/dp/389667336X/ref=sr_1_5?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1258807416&amp;sr=8-5" target="_blank">&#8220;Payback&#8221; von Frank Schirrmacher</a></li>
</ul>
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		</item>
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		<title>20 Jahre Mauerfall multimedial</title>
		<link>http://www.mediastico.de/?p=383</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 13:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[digitalmedia]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[mauerfall]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aufbereitung des Ereignisses im Internet Am Montag feierte Deutschland und mit ihm die nationale wie auch internationale Presse das 20. Jubiläum zum Fall der Berliner Mauer. Es war zu erwarten, dass sich die Nachrichtenanbieter für ihren Internetauftritt etwas Besonderes einfallen lassen würden, dass sie schon seit Monaten an großen Specials basteln, um es multimedial [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>Die Aufbereitung des Ereignisses im Internet</strong></h2>
<p><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/arte_dossier_mauerfall.png"><img class="alignnone size-full wp-image-391" title="arte_dossier_mauerfall" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/arte_dossier_mauerfall.png" alt="arte_dossier_mauerfall" width="366" height="252" /></a>Am Montag feierte Deutschland und mit ihm die nationale wie auch internationale Presse das 20. Jubiläum zum Fall der Berliner Mauer. Es war zu erwarten, dass sich die Nachrichtenanbieter für ihren Internetauftritt etwas Besonderes einfallen lassen würden, dass sie schon seit Monaten an großen Specials basteln, um es multimedial Krachen zu lassen auf ihren Seiten. Doch viel mehr als Bildgalerien und mehr Videos als gewohnt, war dann doch nicht zu sehen. Neue Wege der Berichterstattung wurden nicht demonstriert. <span id="more-383"></span></p>
<p>Ein paar nennenswerte Angebote möchte ich an dieser Stelle nichtsdestotrotz zusammenfassen.</p>
<p><strong>#1 Dossier</strong></p>
<p>Im <a title="Dossier Mauerfall bei Arte" href="http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/_E2_80_9EWir-sind-das-Volk_21_E2_80_9C/2516524.html" target="_blank">Dossier von Arte</a> wurde das Ereignis in Videos, einem Weblog, interaktive Spiele, Foren etc. unter der Überschrift &#8220;Wir sind das Volk&#8221; aufbereitet. Besonders gelungen, wenn auch nur ein kurzes Vergnügen das kleine Ostalgie-Quiz um den Trabi: Erkennen Sie den Trabi am Geräusch? Aber in erster Linie geht es natürlich um vielschichtige Einblicke in die Zeit des geteilten Deutschlands zum Beispiel mit dem Weblog <a href="http://php5.arte.tv/blog/mein_1989/category/blog-mein-1989/" target="_blank">&#8220;Wind of Change&#8221;</a>, auf dem Publizisten, Regisseure und Schriftsteller aus Osteuropa über ihre Erinnerungen an das Jahr 1989 berichten und sich austauschen.</p>
<p><strong>#1 Interaktiv</strong></p>
<p>In Sachen interaktive Specials konnte die FAZ mit einer <a href="http://event.faz.net/mauerfall/" target="_blank">Flash-Animation zum Mauerfall </a>aufwarten. Letztlich nicht viel mehr als ein alternativer Zugang zu Videoinhalten, aber Spaß macht&#8217;s trotzdem. Einfach mal reinzoomen in den Wiedervereinigungspark, begleitet von Atmo des 09. November 1989, und sich mitten in einem Kohl-Kommentar wiederfinden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/faz-special.png"><img class="size-medium wp-image-388 aligncenter" title="faz-special" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/faz-special-300x168.png" alt="faz-special" width="300" height="168" /></a></p>
<p><strong>#1 Fotojournalismus</strong></p>
<p>Hier habe ich zwei Angebote ausfindig gemacht, die gerade in ihrer Einfachheit überzeugt haben.</p>
<p>Auf boston.com gibt es unter dem Titel bigpicture ein ständiges Angebot mit Bildserien zu verschiedenen, meist stark emotionsgeladenen Themen.  Das besondere ist hier die Größe der Bilder. Man stelle sich diese Bilder nur auf dem 27&#8221;-Bildschirm eines iMacs vor &#8230; , aber auch auf meinem 13&#8221;- Laptom hinterlassen die großformatigen Bilder einen guten Eindruck. Zum Mauerfall können Sie hier durch <a title="Fotos zum Mauerfall" href="http://www.boston.com/bigpicture/2009/11/the_berlin_wall_20_years_gone.html" target="_blank">38 bigpictures </a>scrollen.</p>
<p>Die New York Times hatte diese wunderbaren Vorher-Nacher-Bilder auf ihren Seiten.</p>
<div id="attachment_387" class="wp-caption aligncenter" style="width: 612px"><a href="http://www.nytimes.com/interactive/2009/11/09/world/europe/20091109-berlinwallthennow.html?ref=europe" target="_blank"><img class="size-full wp-image-387 " title="nyt_division_through_time" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/nyt_division_through_time.png" alt="NYT - Fall of the Wall" width="602" height="324" /></a><p class="wp-caption-text">NYT - Fall of the Wall</p></div>
<p>Hier lassen sich die Bilder einfach übereinanderschieben und mit nur einem Mousemove von rechts nach links ist die Stadt befreit. Eine Karte zeigt zudem, wo das Foto aufgenommen wurde.</p>
<p><strong>#1 Google Maps</strong></p>
<p>Die BBC ist ein großer Freund von Google Maps- Mashups. Sehr beliebt war es schon bei den Usern, den Frühling auf einer Landkarte langsam erwachen zu sehen, für das 20-jährige Jubiläum des Mauerfalls suchte die BBC die <a title="BBC - Reste der Mauer" href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/talking_point/8344662.stm" target="_blank">Überreste der Mauer</a>. Auf einer Weltkarte lassen sich die Orte aufsuchen, an denen Stein der Berliner Mauer die Wende überdauert hat. Keine außergewöhnliche Ideen natürlich, aber es zeigt, wie Geolocation und User Generated Content im Journalismus auf eine Weise genutzt werden können, die sowohl einen Unterhaltungs- als auch einen Informationswert besitzt.</p>
<p><strong>#1 Twitter </strong></p>
<p>Wer hier die beste Idee oder sagen wir die beste Umsetzung zu bieten hatte, zeigte das große Medienecho. Das Projekt <a href="http://www.berlintwitterwall.com/de/" target="_blank">berlintwitterwall</a> sorgte für viel Trubel mit einer einfachen Idee. Man hatte eine virtuelle Mauer gebaut auf der User mit dem Hashtag<a class="searchword" href="http://twitter.com/home?status=%23fotw"> #fotw</a> ihre Gedanken zum Fall der Berliner Mauer posten konnten (7379 Nachrichten sind bis jetzt eingegangen). Zudem wurde hier die Frage gestellt, welche Mauern in der Welt noch fallen müssen. 2000 Chinesen posteten hier ihre Antwort, was letztlich dafür sorgte, dass abermals eine Mauer gebaut wurde, und zwar vor das Angebot. Die Seite wurde von der chinesischen Regierung gesperrt.</p>
<p>Unter dem Twitter-Account <a href="http://twitter.com/fallofthewall" target="_blank">Fall of the Wall</a> werden noch immer Ereignisse Rund um den Fall der Mauer gepostet.</p>
<p>Ein Konzept, das auch die<a href="twitter.com/dw_muro_berlin" target="_blank"> spanischen</a> und <a href="dw_muro_berlim" target="_blank">portugiesischen</a> Twitter-Angebote der Deutschen Welle am Jahrestag für ihre Berichterstattung nutzen. Als wären wir zurückversetzt in das Jahr 1989 wurden hier die Ereignisse von damals beinahe in &#8230; sagen wir übertragener Echtzeit getwittert.</p>
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		<title>Kommentarfunktionen auf deutschen Nachrichtenseiten</title>
		<link>http://www.mediastico.de/?p=356</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 11:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[UGC]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Prozessjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum eine Kommentarfunktion, was dabei zu beachten ist, und warum ZEIT.ONLINE es richtig macht Blogs haben es vorgemacht, Zeitungen und andere Nachrichtenangebote brauchten etwas Zeit, ehe sie sich auf die Kommentare von Usern unter ihren Artikeln einlassen wollten. Eigentlich wollte man nicht, dass jeder seinen Senf dazugeben kann, was die eigenen Redakteure schreiben. Man weiß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Warum eine Kommentarfunktion, was dabei zu beachten ist, und warum ZEIT.ONLINE es richtig macht</h3>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_364" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/10/senf-variationen_edit.jpg"><img class="size-medium wp-image-364" title="senf-variationen" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/10/senf-variationen_edit-300x226.jpg" alt="Muss denn immer jeder seinen Senf dazugeben?" width="300" height="226" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p>Blogs haben es vorgemacht, Zeitungen und andere Nachrichtenangebote brauchten etwas Zeit, ehe sie sich auf die Kommentare von Usern unter ihren Artikeln einlassen wollten. Eigentlich wollte man nicht, dass jeder seinen Senf dazugeben kann, was die eigenen Redakteure schreiben. Man weiß ja nicht, was für eine Senflöffel-Armada da auf einen zurennt. Schließlich ist da ja auch immer der braune Senf dabei und den will ja nun wirklich keiner auf seinen Seiten haben. Ganz schwierig ist das. Was doht ist der Qualitätsverlust, der Kontrollverlust und letzlich der Zeitverlust, denn wer eine Kommentarfunktion einführt, der muss sich dann auch darum kümmern, die Kommentare zu löschen, die nicht mit den Grundregeln einer respektvollen Konversation übereinstimmen oder gar den Verfassungsgrundsätzen zuwider laufen.</p>
<p><span id="more-356"></span>Doch wer noch immer über die Gefahren einer Kommentarfunktion nachdenkt, der hat noch nicht erkannt, welch wervolles Gut ihm hier durch die Lappen geht. Begeisterung sollte unter Journalisten herrschen, angesichts der Tatsache, dass sie endlich die Reaktionen ihrer Leser geliefert bekommen können. Direkt. Endlich kommt mal etwas zurück, endlich verschwinden meine Worte nicht im schwarzen Loch der Massen, endlich findet das, was ich schreibe, sende Nachhall. Stattdessen: Gesenkte Blicke. Noch immer.</p>
<p>Die Neugierde, die jedem Journalist eigen sein solle, wie ich schon bei meinen ersten Auseinandersetzungen mit dem Journalismus von Wolf Schneider und Paul -Josef Raue gelernt habe, diese Neugierde wird leider nicht aufgebracht, wenn es darum geht, die Menschen kennenzulernen, für die der Journalismus da ist.</p>
<p>Denn, was wird schließlich verlangt von den Journalisten? Sie sollen die Obhut über die Qualität ihres Produktes aus der Hand geben an jemanden, den sie nicht kennen, dem sie wegen drohenden Niveauverlusts nicht die Verantwortung über den endlosen leeren Raum unter ihren Artikeln überlassen möchten. Da, wo diese Befürchtungen noch vorherrschen, besteht ein Denkfehler, vielleicht sogar ein Strukturfehler. Diese Befürchtungen werden da hochgehalten, wo Journalisten sich nicht aus der Deckung der Massenmedien wagen, da wo noch nicht klar ist, dass das Internet kein Raum für die reine one-to-many-Kommunikatoin ist. Deshalb sollte eine Kommentarfunktion selbstverständlicher Bestandteil eines Online-Nachrichtenangebot sein. Daher hier ein paar Grundregeln, die beim Einlass der User zu beachten sind.</p>
<p><strong>(1) Sei bereit Kontrolle abzugeben</strong></p>
<p>Das Internet lässt sich nicht kontrollieren. Anders als in Massenmedien ist hier kein Ort für eine Top-Down-Kommunikation.<br />
Das Internet ist ein soziales Medium. Das ist mehr als eine Feststellung, das ist eine Regel, die jedes Online-Angebot adaptieren sollte. Die Frage ist nicht ob, sondern wie dem Rechnung getragen werden kann. Eine Kommentarfunktion ist dabei für Online-Angebote von Nachrichtenanbietern übrigens eine Minimalanforderung.</p>
<p><strong>(2) Nimm Deinen Leser ernst!</strong></p>
<p>Wer das nicht tut, braucht natürlich keine Kommentarfunktion, sollte sich  aber auch die Frage stellen, ob er für eine Zielgruppe von unmündigen Pöblern schreiben möchte.</p>
<p><strong>(3) Stelle Regeln auf</strong></p>
<p>Eine Hausordnung für das Publizieren auf meinen Seiten aufzustellen ist mein gutes Recht. Welche Regeln sollen für die Kommentierung von Artikeln gelten? Hier kann ich klar machen, dass Userkommentare erwünscht sind und von der Redaktion ernst genommen werden, dass jedoch ein fairer und respektvoller Umgang mit den Autoren der Artikel wie auch anderen Usern verlangt wird. Trolle können in der Regel leicht ausfindig gemacht werden und werden im Zweifel von der Community selbst abgestraft.</p>
<p><strong>(4) Beteilige und kümmere Dich</strong></p>
<p>Ich sollte mich vor der Einfürung einer Kommentarfunktion fragen: Wer kann diesen Userbereich auf meinen Seiten betreuen und pflegen? Dazu gehört nicht zu Kommentare freizugegeben oder zu löschen, dazu gehört im Idealfall auch die Diskussion unter den Usern zu moderieren, sie zu lenken, ihnen zu antworten, auf gute Kommentare zu reagierena, aber auch User zurecht zu weisen, die sich nicht an den redaktionell vorgegebenen Rahmen halten. Wer einen Community Manager hat, der hierfür die Verantwortung übernimmt, ist gut gerüstet.</p>
<p><strong>(5) Motiviere Deine Community</strong><br />
Was kann ich tun, um die Kommentarfunktion zu einer hochwertigen Ergänzung zum redaktionellen Teil meiner Seite zu machen? Wie motivieren ich meine User, sich hier zu beteiligen? Eine Kommentarfunktion, die plötzlich da ist, als einfaches Eingabefeld unter Artikeln, und bei der die Userkommentare schlimmstenfalls noch vor Veröffentlichung von einem Redakteur freigegeben werden müssen, der alle drei Stunden mal danach schaut, ist dabei sicher nicht die ermutigendste Lösung. Hier sollte ein Anreizsystem geschaffen werden, das die Schöpfer guter Beiträge an das Angebot bindet und Pöbel-Kommentierer, die es immer geben wird, ins Abseits verweist.</p>
<p><strong>(6) Arbeite mit den Kommentaren</strong><br />
Wer Kommentare nicht nur zulässt, sondern sich auch wirklich darauf einlässt, der wird es nicht dabei belassen, dass Kommentare auf den eigenen Seiten erscheinen und sich Nuzter untereinander austauschen, sondern der wird sich mit den Kommentaren auseinandersetzen, und Anregungen für seine Arbeit daraus ziehen. Die Zeitung kann zudem gute Kommentare herausgreifen und prominent auf den Seiten platzieren oder auch als Gastkommentare in die Printausgabe einfließen lassen. Damit wäre auch gleich die Querverbindung zu Punkt 5 geschaffen.</p>
<p><strong>Wie wird es nun in Deutschland gehalten mit der Kommentarfunktion?</strong></p>
<p>In Deutschland, so hat die im Januar diesen Jahres veröffentlichte <a title="Zeitungsstudie 2008" href="http://jorni.de/2009/01/26/zeitungsstudie-2008-die-deutsche-printlandschaft-macht-auf-web-20/ " target="_blank">Zeitungsstudie 2008 </a>gezeigt, boten bis dato 45% der deutschen Zeitungen Kommentarfunktionen zu ihren Artikeln, ein Anstieg von 35% gegenüber 2006. Und bestimmt ein Trend, der auch weiterhin zu beobachten sein wird.</p>
<p>Bei den großen deutschen Zeitungen scheint die Kommentarfunktion zwar in der Regel vorhanden, jedoch recht stiefmütterlich behandelt zu werden. Die lauten Diskussionen in Blos über die zeitliche Begrenzung der Kommentierung bei der Süddeutschen Zeitung haben wir noch im Ohr.</p>
<p style="text-align: left;">Schauen wir uns die Kommentarfunktion der <a href="http://www.taz.de" target="_blank">taz</a> an. Der von vielen Zeitungen gefürchtete Friedhof nie gehörter Meinungen. Zwei Kommentare finde ich mal zu einem Thema, vorausgesetzt ich zeige genug Geduld, danach zu suchen. Nicht einmal zum Nobelpreis für Obama fällt den Usern hier etwas ein. Und das trotz der geringstmöglichen Barriere: Eine Registrierung ist hier nicht nötig.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/10/leserkommentare_faz.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-368" title="leserkommentare_faz" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/10/leserkommentare_faz-300x181.png" alt="leserkommentare_faz" width="300" height="181" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Immerhin bietet die taz einen separaten Bereich für Leserdebatten, der lebhafter ist, als der Kommentarbereich.</p>
<p>Gegenbeispiel ist <a href="http://www.zeit.de/index" target="_blank">ZEIT ONLINE</a>. So gut macht es meines Wissens derzeit sonst keiner. Die ZEIT hat mit ihrem erst kürzlich erfolgten Relaunch ihres Internetauftritts auch die Kommentarfunktion angepackt. Hier kommt dem User die Stellung zu, die ihm gebührt: die des Mitwissers und Mitgestalters.<br />
Denn die Kommentarfunktion bietet den Startpunkt für ein großes Diskussionsforum, das sich über das gesamt Online-Angebot erstreckt und immer leicht auffindbar ist. Schon auf der Startseite werde ich auf die meist diskutierten Artikel hingewiesen. Aha! Hier habe ich es also nicht mit einem reinen Nachrichtenangebot zu tun, hier wird diskutiert! Da kann ich doch ein bisschen Zeit verlieren.</p>
<p>Die Notwendigkeit einer Anmeldung, um zu kommentieren ist kein Hindernis, da nur mit dieser Anmeldung das Anlegen eines Nutzerprofils für die Community möglich ist, in dem all meine Kommentare gespeichert werden. Kommentare bestimmter User kann ich mir gar als RSS-Feed abonnieren.</p>
<p>Die Verlinkung der Kommentarfunktion ist direkt neben den Artikeln unter den so wichtigen Serviceangeboten wie Druckausgabe und Empfehlungen zu finden. Wo es sonst heißt scrollen, scrollen, scrollen, vorbei am Artikel, Empfohlenen Artikeln, externen Links, Werbung, und, und, und, reicht hier ein Klick, um zum Kommentarbereich zu gelangen.</p>
<p>Eine früher einmal vorhandene Bewertungsfunktion für die Kommentare, wurde von ZEIT ONLINE abgeschafft. Grund laut Redaktion ist die schlechte Erfahrung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Bewertungsfunktion (&#8230;) ist nicht mehr aktiv, da sie nur selten Aufschluss über     die tatsächliche Qualität eines Kommentars gab.&#8221;</p></blockquote>
<p>Stattdessen jetzt dieses alternative Konzept:</p>
<blockquote><p>&#8220;(Die Redaktion wird) bei längeren Diskussionen ausgewählte Kommentare empfehlen, die     Sie sich unter „empfohlene Kommentare“ anzeigen lassen können. Die Kriterien sind     hier nicht Zustimmung oder Kritik an einem Autor, sondern Fairness, Sachlichkeit und prägnante Argumente.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bei der Zeit stehen die Kommentare unter ständiger Beobachtung. Nicht etwa allein, um die gefürchteten Holocaustleugner von den Seiten fern zu halten, sondern um die Diskussion am Leben zu halten und um die Beteiligung mit guten Kommentaren zu motivieren. Manchmal, so gibt auch Chefredakteur Wolfgang Blau zu, sind Kommentare besser als der Artikel selbst. Logisch: Schließlich sind nicht alle intelligenten, zum Schreiben befähigten Menschen mit einer Meinung Journalisten.</p>
<p>Daher &#8211; und  die Implementierung einer Kommentarfunktion ist der erste Schritt &#8211; muss der Journalismus seine eigenen Rollenbilder überdenken. Wolfgang Blau beschrieb das in einem <a href="http://carta.info/16015/wolfgang-blau-zeit-online-journalismus-medienwandel/" target="_blank">Carta-Interview</a> in dieser Woche so:</p>
<blockquote><p>Wir können nicht mehr so tun, als ob es da draußen keine Menschen gäbe, die auch etwas wissen. Nehmen Sie die Leserschaft von ZEIT ONLINE –  ein beträchtlicher Teil davon arbeitet in Unis und Hochschulen. Nicht selten sind ihre Leserbriefe länger als unsere Artikel und auch genauso interessant. Zusätzlich zu unseren bisherigen Aufgaben werden wir in Zukunft also noch stärker in der Rolle von Moderatoren und Kuratoren agieren müssen. Eine unserer Aufgaben wird sein, das Fachwissen unserer Leser zu bündeln, zu verifizieren, zu moderieren.<strong><strong></strong></strong></p></blockquote>
<p>Eine wie von der ZEIT gepflegte Community kann für den Journalisten letzlich nur eine Bereicherung sein. Schade für den, der sich diese Chance entegehen lässt und durch den Verzeicht auf die Kommentarfunktion seine User schon zensiert, bevor er gehört hat, was sie zu sagen haben.</p>
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		<title>Review zum Scoopcamp 2009 (2)</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 21:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[citizenjournalism]]></category>
		<category><![CDATA[UGC]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Medienangebote sich der User-Expertise öffnen Eine Woche ist in der Online-Welt eine Ewigkeit, dennoch bin ich so frei, auch noch eine Woche nach dem Scoopcamp in Hamburg meine Review fortzusetzen. Nicht nur der Vollständigkeit halber, sondern weil mich ein Thema noch beschäftigt hat: Wie weit sollte, wie weit kann die Beteiligung von Usern im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Wenn Medienangebote sich der User-Expertise öffnen</strong></h3>
<div id="attachment_327" class="wp-caption alignnone" style="width: 280px"><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/logo_scoopcamp_0906111.jpg"><img class="size-medium wp-image-327 " title="logo_scoopcamp_0906111" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/logo_scoopcamp_0906111-300x226.jpg" alt="Scoopcamp 2009" width="270" height="203" /></a><p class="wp-caption-text">Scoopcamp 2009</p></div>
<p>Eine Woche ist in der Online-Welt eine Ewigkeit, dennoch bin ich so frei, auch noch eine Woche nach dem Scoopcamp in Hamburg meine Review fortzusetzen. Nicht nur der Vollständigkeit halber, sondern weil mich ein Thema noch beschäftigt hat: Wie weit sollte, wie weit kann die Beteiligung von Usern im Journalismus gehen? Ist ein Journalist, der seine Leser während der Arbeit an einem Artikel um Mithilfe bittet, fortschrittlich oder einfach nur zu faul gründlich zu recherchieren?<span id="more-337"></span></p>
<p>Warum ich mir diese Fragen stelle?</p>
<p>Weil dieses Szenario eines Journalismus, der seinen Usern den Zugang zu aktuell in der Redaktion bearbeiteten Themen ermöglicht, beim Scoopcamp 2009 entworfen wurde. Und zwar im Workshop <em>Skills First!</em> unter Leitung von Dirk Beckmann von der Agentur <a href="http://www.artundweise.de/home.html" target="_blank">artundweise </a>und Matthias Kretschma von <a href="http://xalmiento.com/de" target="_blank">Xalmiento</a>. In diesem Workshop entwickelten die Teilnehmer Konzepte für neue Formen der Nachrichtenpräsentation, bei der die User stark eingebunden werden sollten.</p>
<p>Eine der Ausgansfragen, zu der ein brauchbares Konzept hermusste: Wie mobilisiere ich meine User, um neue Ideen für die Bebilderung eines Artikels beizusteuern? Der Überdruss an Bildern von leeren Portmonaits und Banken-Logos, sobald es um das Thema Finanzkrise geht, war treibende Kraft bei dieser Fragestellung.<br />
Der folgende Vorschlag wurde schließlich präsentiert:<br />
Ein Medienangebot führt einen ständige Rubrik – z.B. mit dem Titel „In Progress“ &#8211; auf ihren Seiten, unter der Nutzer immer eine gewisse Anzahl von Themen finden, an denen Redakteure gerade arbeiten. In der Regel ginge es hier natürlich um Hintergrundberichterstattung. Das könnte in einer Lokalzeitung z.B. ein Thema sein wie &#8220;Freizeitangebote für Jugendliche in Bonn Kessenich&#8221;.<br />
Zur Beschreibung genügt der Name des Autors, ein Abstract, der verrät, was im geplanten Artikel vermittelt werden soll und eine Auflistung der Informationen und/oder Materialien, die noch fehlen: Suche ich noch Bilder, die vielleicht von Jugendlichen selbst kommen, suche ich noch nach besonderen Initiativen oder engagierten Sozialarbeitern oder Pfarrern mit tollen Ideen und Aktionen oder frage ich mich, wie die Jugendlichen selbst dazu stehen und würde gern mehr als zwei Meinungen einfangen, die ich bei einem schnellen Interview im nächstbesten Jugendcafé aufnehme. Wer weiß schon, was sich in der Stadt so alles tut, an Orten, an denen ich nie mit meinem Notizblog vorbeigekommen wäre &#8230; ?</p>
<p>Für die User, die sich hier mit ihren Anregungen beteiligen bringt das Spaß, denn es ist spannend dabei zu sein, wenn eine Story entsteht, oder? Der Anreiz hier mitzumachen könnte zum Beispiel sein, dass ich mit einer guten Idee als Mitarbeiter an einem Artikel erwähnt werde, wenn hierauf eine Community aufgebaut wird, könnte ich auch Punkte in einem Profil sammeln und wenn solche Beiträge sich für die Zeitung schließlich als wirkliche Bereicherung herausstellen, warum nicht auch darüber nachdenken, User dafür zu bezahlen. Eines steht für mich fest: Ein besseres Mittel zur Bindung der User als ihre Beteiligung gibt es nicht.</p>
<p>Natürlich ergeben sich aus solch einem Konzept auch einige Herausforderungen wie das Prüfen der Quellen, Rechtefragen (insbesondere bei Bildern), möglicher Aufwand beim Filtern des Irrelevanten etc. Diese Probleme und Fragen lassen sich aber lösen.</p>
<p><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/rzchefredakteur_twitter.png"><img class="size-full wp-image-341 alignleft" title="rzchefredakteur_twitter" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/rzchefredakteur_twitter.png" alt="rzchefredakteur_twitter" width="260" height="164" /></a>Die Idee ist natürlich nicht beim Scoopcamp plötzlich vom Himmel gefallen. Man kennt diesen Ansatz des Journalisten, der seine User bei Recherchen einbezieht schon lange aus Weblogs. Jetzt werden die Tipps des fachkundigen Publikums eifrig bei Twitter oder Facebook gesammelt (wie zum Beispiel hier links im Bild  bei der RZ).</p>
<p>Aber gibt es auch schon eine Nachrichtenseite, die ein solches Angebot direkt einbindet. Mir ist keine bekannt, über Hinweise (@juliettata) würde ich mich aber freuen.</p>
<p>Ulrich Hegge stellte zum Abschluss der kurzen Präsentation eine entscheidende Frage: „Ist das Ergebnis ein besserer oder ein anderer Journalismus?“ &#8211; Es ist beides. Vor allem aber ist es nur eine Ergänzung des Journalismus um eine weitere Produktions- und Distributionsform.</p>
<p>Das Andere an diesem Journalismus beschreibt wohl das Bild des Journalisten als Kurator sehr gut. Das Bessere an diesem Journalismus könnte man daran festmachen, dass die Qualitätssicherung des journalistischen Produkts bereits während des Schaffungsprozesses stattfindet. Leser und Publikum nicht nur als Korrektiv, sondern als diejenigen, um die es letzlich in den Nachrichten geht, die das etwas angeht und die im Zweifelsfall mehr Ahnung haben als der Journalist. Denn: Was ist zu erwarten, wer sich an einem In-Progess-Projekt beteiligt? Wahrscheinlich immer Menschen, die sich mit dem behandelten Thema auskennen oder ein großes Interesse daran haben.</p>
<p>Das Problem, das bei Themen wie diesem immer wieder ins Spiel kommt, ist die Arroganz des Journalisten gegenüber seinem Publikum, die viel beschrieben und meines Wissens in der Summe wenig widerlegt wurde (außer vielleicht bei Veranstaltugen wie dem Scoopcamp). Aber die Leute haben die Journalisten bereits ein wenig erzogen. Dahingehend, dass die Erkenntnis wächst, dass die Zuhörer und Zuschauer kompetent sind und mehr zu sagen haben, als sich über die Frisur der Kanzlerin zu beschweren. Wolfgang Blau, der Chefredakteur von ZEIT Online sagte in seinem Vortrag zu Beginn des scoopcamps hierzu einen wichtigen Satz, in Bezug auf die Kommentarfunktion. Sinngemäß: Es werde viel zu viel über die Kontrolle von Kommentaren nachgedacht und viel zu wenig darüber, wie zu guten Kommentaren motiviert werden kann, wie die Anreize aussehen könnten. Eine In Progress-Rubrik auf einem Nachrichtenportal wäre meiner Meinung nach so ein Anreiz.</p>
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		<title>Review zum Scoopcamp 2009 (1)</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 18:34:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Hildebrand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[scoopcamp]]></category>

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		<description><![CDATA[New storytelling oder New dataspelling? Gestern fand in Hamburg das erste scoopcamp statt. Es sollte um nichts Geringeres gehen, als um die Zukunft des Journalismus. Welche neuen Möglichkeiten der Informationsvermittlung eröffnen die Neuen Medien, wie kann kreativ und effektiv mit der Einbindung von Usern umgegangen werden, wie kann vor allem der Lokaljournalismus Ideen entwickeln, seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>New storytelling oder New dataspelling?</strong></h2>
<p><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/logo_scoopcamp_090611.jpg"></a></p>
<p><a href="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/logo_scoopcamp_0906111.jpg"><img class="size-medium wp-image-327 alignnone" title="logo_scoopcamp" src="http://www.mediastico.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/logo_scoopcamp_0906111-300x226.jpg" alt="Scoopcamp 2009" width="300" height="226" /></a></p>
<p>Gestern fand in Hamburg das erste scoopcamp statt. Es sollte um nichts Geringeres gehen, als um die Zukunft des Journalismus. Welche neuen Möglichkeiten der Informationsvermittlung eröffnen die Neuen Medien, wie kann kreativ und effektiv mit der Einbindung von Usern umgegangen werden, wie kann vor allem der Lokaljournalismus Ideen entwickeln, seine Leser mit Erzählformen, die Spaß machen und involvieren, bei der Stange zu halten und seine Kernkompetenzen besser nutzen. <span id="more-312"></span>Laut Programm sollte es sogar darum gehen, Projekte zu initialisieren: Die Überschrift des Tages: &#8220;new storytelling&#8221;.</p>
<p>Die perfekte Vorlage zur Diskussion legte in meinen Augen bereits der erste Redner Adrian Holovaty vor. Ich möchte in meinem ersten Teil der Review gern über sein Konzept vom Journalismus schreiben, das es mich von allen Themen an diesem Tag am meisten zum Nachdenken gebracht hat und auch dazu, dass mir jetzt Ideen im Kopf herumschwirren, die in mir abermals den Wunsch nähren, noch programmieren zu lernen.</p>
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<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span lang="EN-GB">Adrian Holovaty stellt eine aus seiner Sicht spezielle Form des Journalismus, ich würde sagen eine Alternative zum Journalismus vor. </span><span lang="EN-GB">Er ist der Macher der Seite <a title="everyblock.com" href="http://www.everyblock.com" target="_blank">Everyblock.com</a>, die es für 15 amerikanische Städte gibt. Sein Konzept der Nachrichtenvermittlung basiert auf dem Sammeln und Aufbereiten von Daten, die dann lokalisierbar zur Verfügung gestellt werden.</span> Die Idee dahinter: Es gibt einen unermesslichen Schatz an Daten im Netz: in Datenbanken, versteckt hinter Onlineformularen, in Blogs, auf Nachrichtensites. Für Everyblock werden all diese Daten aus den verschiedensten Quellen gescannt und größtenteils automatisiert so aufbereitet, dass ich mir Nachrichten bzw. Informationen über meine unmittelbare Nachbarschaft abrufen kann.</p>
<p class="MsoNormal">So bekomme ich Antworten auf Fragen, die wahrscheinlich kein Schwein interessieren, der auch nur 10 km weiter entfernt wohnt, die mir aber unter den Nägeln brennen und mitunter stark emotionalisierend sein können. Auf everyblock kann ich mich darüber erschrecken, dass das Restaurant, in das ich letzte Woche noch meine neueste Flamme ausgeführt habe heute wegen Kakalaken in der Suppe geschlossen wurde, mich darüber informieren welche Straßenecke ich wegen häufig vorkommender Taschendiebe vielleicht in Zukunft lieber meide oder mich freuen, dass ein paar Straßen weiter mal wieder ein neuer Frisör eröffnet, wo ich vielleicht ein Glas Begrüßungssekt und eine Dauerwelle zum halben Preis abgreifen kann.</p>
<p class="MsoNormal">Was das 6-köpfige Team um Adrian Holovaty hier macht, um die Menschen mit den Nachrichten zu versorgen, die sie interessieren, ist das reine Sammeln und Sortieren von Daten. Das Ergebnis ist eine Website die Relevanz für jeden in den bisher 15 auf everyblock verfügbaren Städten lebenden Bürger hat, aber ist das Ergebnis auch Journalismus?</p>
<p>Auf seiner <a title="Adrian Holovaty Homepage" href="http://www.holovaty.com/writing/fundamental-change/" target="_blank">Homepage</a> schreibt Holovaty:</p>
<blockquote><p>The problem here is that, for many types of news and information, newspaper stories don&#8217;t cut it anymore.</p>
<p>So much of what local journalists collect day-to-day is <em>structured information</em>: the type of information that can be sliced-and-diced, in an automated fashion, by computers. Yet the information gets distilled into a big blob of text &#8212; a newspaper story &#8212; that has no chance of being repurposed.</p></blockquote>
<p class="MsoNormal">Holovaty bietet also die Alternative zu diesem Blob-Journalismus, der nichts weiter macht als ein paar Informationen aneinanderzureihen. Den Journalismus via Computerprogrammierung.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Aber ist das &#8220;storytelling&#8221;? Die Seite everyblock bietet wohl die neutralste Form der Nachrichtenaufbereitung, die man sich vorstellen kann. Hier gibt es nichts zu deuten, nichts zu hinterfragen, Computer haben keien Meinung, Computer rechnen. Zum Erzählen von Geschichten aber braucht es Menschen, die mehr tun als sortieren und prüfen. Menschen die interpretieren, die Zusammenhänge herstellen, Fragen stellen, auf die ein Computer nicht kommt. Darin ist der Journalismus gefordert: Mehr zu sagen als BLOB.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
<p>Die wichtigste Message für mich, sowohl in dem Vortrag von Holovaty, wie auch an diesem Tag aber war, dass Journalisten und Programmierer enger zusammenrücken sollten, um Konzepte zur innovativen Aufbereitung von Informationen zu entwickeln. So lautete auch die Kritik an diesem Scoopcamp, dass die Computerfreaks nur rar vertreten waren. Die hatten sich für den Hackathon am Folgetag angemeldet. Der Tipp für ein mögliches nächstes Scoopcamp könnte also heißen, dass die Spezialisten in konzeptionellen und inhaltlichen Fragen und diejenigen, die ihre Ideen von der technischen Seite einbringen, von Beginn an, besonders in den Workshops, aufeinander losgelassen werden sollten.</p>
<p>Mein Fazit zum scoopcamp insgesamt: Die Kombination von Vorträgen und Workshops war ideal, um viele Inspirationen mitzunehmen. Danke an die Organisatoren des scoopcamps <a href="mailto:Hamburg@Work">Hamburg@Work</a> die <a title="dpa" href="http://www.dpa.com/" target="_blank">dpa</a> und die Agentur <a title="faktor 3" href="http://www.faktor3.de/html/de/" target="_blank">Faktor 3</a>, die es geschafft haben alles bereitszustellen, was für einen lockeren Austausch und eine offene Atmosphäre nötig war. Die Teilnehmer waren engagiert und kreativ, die Versorgung war spitze und sogar das mit dem Wetter habt ihr super hinbekommen. Die weite Reise in den Norden hat sich also gelohnt. Vielen dank auch an Dirk Beckmann und Mathias Kretschmer, an deren Workshop Sills first! ich teilnehmen durfte und der wie ich finde gute Ergebnisse hervorgebracht hat statt fruchtloser Plaudereien, wie ich aufgrund meiner zugegeben einzigen Barcamp-Erfahrung im Voraus befürchtetet hatte.</p>
<p>In einem zweiten Teil der Review werde ich (sobald ich die Zeit finde) vom Ergebnis des Workshops Skills first! berichten.</p>
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