Burda Mode wird zu Burda Style

Nähen ist wieder im Trend und der Trend wird genäht

burdastyleDie von Aenne Burda gegründete Zeitschrift Burda Moden erreicht ganz zufällig zum 100. Geburtstag der “Königin der Mode” einen Meilenstein und ändert den Namen. Burda Style heißt die Zeitschrift mit den Schnittbögen seit der vergangene Woche erschienenen August-Ausgabe.  Während Burda Mode in ihren Gründungsjahren ihren Beitrag dazu leistete, dass sich die Frauen wieder Weiblichkeit und Schönheit leisten konnten, sind es heute andere Gründe, warum Frauen zum Nähen und damit zu Burda Style kommen.

“Es geht heute weniger darum, Geld zu sparen. Wichtiger ist, sich kreativ zu betätigen, bei der Kleidung persönliche Akzente setzen zu können” erklärt Chefredakteurin Dagmar Bily. “Die Leute haben keine Lust mehr auf Massenproduktion. Sie möchten etwas Individuelles.”, meint auch Nora Abousteit von BurdaStyle. BurdaStyle (zusammen geschrieben) das ist die Online-Community von Burda in New York. Mit der Neuauflage der Zeitschrift Burda Moden scheint Burda sich jetzt von der Online-Community inspiriert haben zu lassen, die gezeigt hat, dass es durchaus eine junge Zielgruppe für die eingestaubten Schnittbogen von Aenne Burda gibt. So soll Burda Style (auseinander geschrieben) jetzt die Nähanfänger ebenso ansprechen, wie die Fortgeschrittenen. Für erstere gibt es das Muster für die Schlafbrille und Tipps, wie H&M-Shirts mit Spitze und Schleifchen gepimpt werden können, Letztere dürfen sich gleich mit Etuitkleid und Blusenblouson am Pariser Chic versuchen.

Die Zeitschrift überlässt auch Nora Aboustreit und Benedikta von Karaisl von Burda Style eine Seite in der Zeitschrift und stellen besonders viel geklickte Kreationen von Userinnen vor. Das ist ein Anfang, aber gerade die Kreationen von BurdaStyle-Mitgliedern wie Satomi oder Retro99 dürften ruhig größer rausgebracht werden in der Print-Ausgabe, wenn die jungen Leserinnen motiviert werden sollen beim Selbstgestalten von Mode ihre Individualität auszuleben.
In der Online-Community arbeiten die Macher der Seite sehr eng mit ihren Mitgliedern zusammen. Es werden Wettbewerbe ausgeschrieben, zu welchen Kreationen Schnittmuster zum Download bereit gestellt werden sollen. In Offenburg werden dann die Schablonen erstellt und schließlich kommen die Designs wieder bei der Community an. Als Download für ein ca. 4 Euro. Auf diese Weise wird genau das angeboten, was die User sich wünschen. Ganz klar: Dieses Konzept hat Erfolg.

burdastyle_zeitschriftIm Moment gibt es noch einige Verwirrung in der Markenbildung von Burdas Modelinie. So ist das Heft bereits umgestylt und umbenannt, der deutsche Online-Auftritt jedoch präsentiert sich noch unter burdafashion.com. Im nächsten Schritte sollend die Community Burdastyle und das Portal zum Magazin jedoch zusammmenwachsen. Die Fortentwicklung dieses Bestrebens können die Leserinnen im Burdastyle-Blog verfolgen

Jetzt wird abzuwarten sein, wie die junge Generation der Hobby-Näherinnen das Heft annimmt; ob sie tatsächlich interessiert sind an den Schnittbögen im Magazin und an kurzen Einsteiger-Anleitungen und Stoffkunde, ob sie sich auf der Online-Plattform wohler fühlen oder ob Burda es schafft beide Produkte so miteinander zu verbinden, das sie sich ideal ergänzen. Sicher ist: Es wird auch weiterhin genäht oder wie Aenne Burda sagte: Der Wunsch nach Schönheit ist krisenfrei.

Übrigens teilte Burdastyle in New York das Büro mit Etsy.com, der Plattform die in Deutschland unter dem Namen Dawanda kopiert wurde und wo jeder selbstkreiertes verkaufen kann. So können BurdaStyle-Mitglieder auch ihren Etsy-Mini-Shop auf ihrer BurdaStyle-Homepage hochladen.

Linktipps: Interview mit Nora Aboustreit

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