20 Jahre Mauerfall multimedial

Die Aufbereitung des Ereignisses im Internet

arte_dossier_mauerfallAm Montag feierte Deutschland und mit ihm die nationale wie auch internationale Presse das 20. Jubiläum zum Fall der Berliner Mauer. Es war zu erwarten, dass sich die Nachrichtenanbieter für ihren Internetauftritt etwas Besonderes einfallen lassen würden, dass sie schon seit Monaten an großen Specials basteln, um es multimedial Krachen zu lassen auf ihren Seiten. Doch viel mehr als Bildgalerien und mehr Videos als gewohnt, war dann doch nicht zu sehen. Neue Wege der Berichterstattung wurden nicht demonstriert.

Ein paar nennenswerte Angebote möchte ich an dieser Stelle nichtsdestotrotz zusammenfassen.

#1 Dossier

Im Dossier von Arte wurde das Ereignis in Videos, einem Weblog, interaktive Spiele, Foren etc. unter der Überschrift “Wir sind das Volk” aufbereitet. Besonders gelungen, wenn auch nur ein kurzes Vergnügen das kleine Ostalgie-Quiz um den Trabi: Erkennen Sie den Trabi am Geräusch? Aber in erster Linie geht es natürlich um vielschichtige Einblicke in die Zeit des geteilten Deutschlands zum Beispiel mit dem Weblog “Wind of Change”, auf dem Publizisten, Regisseure und Schriftsteller aus Osteuropa über ihre Erinnerungen an das Jahr 1989 berichten und sich austauschen.

#1 Interaktiv

In Sachen interaktive Specials konnte die FAZ mit einer Flash-Animation zum Mauerfall aufwarten. Letztlich nicht viel mehr als ein alternativer Zugang zu Videoinhalten, aber Spaß macht’s trotzdem. Einfach mal reinzoomen in den Wiedervereinigungspark, begleitet von Atmo des 09. November 1989, und sich mitten in einem Kohl-Kommentar wiederfinden.

faz-special

#1 Fotojournalismus

Hier habe ich zwei Angebote ausfindig gemacht, die gerade in ihrer Einfachheit überzeugt haben.

Auf boston.com gibt es unter dem Titel bigpicture ein ständiges Angebot mit Bildserien zu verschiedenen, meist stark emotionsgeladenen Themen.  Das besondere ist hier die Größe der Bilder. Man stelle sich diese Bilder nur auf dem 27”-Bildschirm eines iMacs vor … , aber auch auf meinem 13”- Laptom hinterlassen die großformatigen Bilder einen guten Eindruck. Zum Mauerfall können Sie hier durch 38 bigpictures scrollen.

Die New York Times hatte diese wunderbaren Vorher-Nacher-Bilder auf ihren Seiten.

NYT - Fall of the Wall

NYT - Fall of the Wall

Hier lassen sich die Bilder einfach übereinanderschieben und mit nur einem Mousemove von rechts nach links ist die Stadt befreit. Eine Karte zeigt zudem, wo das Foto aufgenommen wurde.

#1 Google Maps

Die BBC ist ein großer Freund von Google Maps- Mashups. Sehr beliebt war es schon bei den Usern, den Frühling auf einer Landkarte langsam erwachen zu sehen, für das 20-jährige Jubiläum des Mauerfalls suchte die BBC die Überreste der Mauer. Auf einer Weltkarte lassen sich die Orte aufsuchen, an denen Stein der Berliner Mauer die Wende überdauert hat. Keine außergewöhnliche Ideen natürlich, aber es zeigt, wie Geolocation und User Generated Content im Journalismus auf eine Weise genutzt werden können, die sowohl einen Unterhaltungs- als auch einen Informationswert besitzt.

#1 Twitter

Wer hier die beste Idee oder sagen wir die beste Umsetzung zu bieten hatte, zeigte das große Medienecho. Das Projekt berlintwitterwall sorgte für viel Trubel mit einer einfachen Idee. Man hatte eine virtuelle Mauer gebaut auf der User mit dem Hashtag #fotw ihre Gedanken zum Fall der Berliner Mauer posten konnten (7379 Nachrichten sind bis jetzt eingegangen). Zudem wurde hier die Frage gestellt, welche Mauern in der Welt noch fallen müssen. 2000 Chinesen posteten hier ihre Antwort, was letztlich dafür sorgte, dass abermals eine Mauer gebaut wurde, und zwar vor das Angebot. Die Seite wurde von der chinesischen Regierung gesperrt.

Unter dem Twitter-Account Fall of the Wall werden noch immer Ereignisse Rund um den Fall der Mauer gepostet.

Ein Konzept, das auch die spanischen und portugiesischen Twitter-Angebote der Deutschen Welle am Jahrestag für ihre Berichterstattung nutzen. Als wären wir zurückversetzt in das Jahr 1989 wurden hier die Ereignisse von damals beinahe in … sagen wir übertragener Echtzeit getwittert.

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